
Umsatz, Tränen und der Moment, in dem ich fast hingeschmissen hätte
Umsatz klingt erstmal sexy. Wie Erfolg, Wachstum, Stolz. Und ja – es ist ein gutes Gefühl, wenn das Business läuft, wenn Kund*innen buchen, wenn der Kontostand nicht mehr nur aus Luft und Vision besteht. Aber heute saß ich auf dem Sofa, hatte Tränen in den Augen und fragte mich zum ersten Mal ernsthaft, ob ich mein Business schließen sollte. Weil der Umsatz da war – aber nicht reichte, um mitzuhalten.
Was passiert war? Ich hatte mit einem Steuerberater telefoniert. Nett, professionell, kompetent – und dann: 6000 Euro. Sechstausend. Für die Steuererklärung. Mein Herz rutschte in die Magengrube, mein Hirn in den Panikmodus. Ich legte auf. Und dann überrollte es mich. Nicht nur wegen der Zahl, sondern wegen dem, was sie in mir auslöste: Das Gefühl, gescheitert zu sein. Als hätte ich alles falsch gemacht. Als würde das, was ich aufgebaut habe, nie genug sein.
Ich dachte: Vielleicht bin ich einfach nicht gemacht für dieses Unternehmerding. Vielleicht ist mir Geld verdienen nicht vergönnt.
Und dann – fast wie aus einem Drehbuch mit schlechter Dramaturgie und gutem Ende – klingelte mein Handy. Ein anderes Steuerbüro. Ich nahm den Anruf an, noch verheult, halb entschuldigend. Der Mann am anderen Ende hörte zu – und lachte. Nicht aus Spott, sondern mit dieser erdenden Leichtigkeit, die einem zeigt: Du bist nicht allein. Du bist einfach nur in einem Moment, den andere auch schon hatten.
„Ihr Fall ist lösbar“, sagte er. „Und kostet keine 6000 Euro. Wirklich nicht. Ich geb Ihnen jemanden, der das mit Ihnen macht – ganz easy.“
Und da war er. Der Moment, in dem der Druck abfiel. In dem ich verstand: Das Problem war nie, dass ich unfähig bin. Das Problem war, dass ich dachte, ich müsste alles sofort perfekt und teuer und fehlerfrei machen.
Was ich daraus gelernt habe – und du vielleicht auch brauchst:
1. Umsatz ist nicht alles – aber er ist auch nicht nichts.
Wenn dein Business Geld verdient, ist das nicht selbstverständlich. Du hast etwas erschaffen. Du hast gewirkt. Du hast Wert gestiftet. Lass das nicht kleinreden – vor allem nicht von deinem inneren Kritiker.
2. Herausforderungen gehören dazu – sie sind nicht das Ende.
Nur weil eine Rechnung dich schlucken lässt, heißt das nicht, dass du untergehst. Manchmal braucht es einen zweiten Anruf, eine zweite Meinung, einen zweiten Versuch.
3. Du darfst weinen. Aber du darfst auch lachen – sogar inmitten des Chaos.
Dein Business ist nicht weniger wert, nur weil es dich emotional fordert. Im Gegenteil: Das zeigt, wie sehr es dir am Herzen liegt.
Und wie behält man bei all dem die eigenen Gaben im Blick?
Ganz ehrlich? Es ist Arbeit. Innere Arbeit. Du musst dich immer wieder selbst erinnern. Laut. Klar. Ohne falsche Bescheidenheit. Du bist nicht „einfach nur kreativ“ – du bist eine Problemlöserin mit Ideen, die andere brauchen. Du bist nicht „ganz okay in Kommunikation“ – du bist eine Stimme, die berührt, die Klarheit schafft, die andere weiterbringt.
Schreib dir auf, was du kannst. Wofür dich andere loben. Was du für andere verändert hast. Und wenn du’s nicht mehr spürst, lies es dir vor wie ein Manifest. Nicht, weil du arrogant bist – sondern weil du zu oft vergisst, wie besonders du bist.
Und ja – diese Fähigkeiten bleiben, auch wenn der Umsatz schwankt, die Steuer dich überfordert oder dein Mut eine Pause macht.
Du bist das Kapital deines Business. Und du wächst mit jeder Hürde.
Umsatz ist kein Beweis, dass du’s geschafft hast. Er ist ein Beweis, dass du angefangen hast. Und das ist verdammt viel.
Also, Liebes:
Wann hast du dich das letzte Mal selbst daran erinnert, wie weit du schon gekommen bist?
Ich bin hier. Und ich glaube an dich – besonders dann, wenn du’s grad nicht kannst.
🖤 Mila

