Wenn du immer denkst, du bist der Fehler

✨ Wenn du immer denkst, du bist der Fehler – über Verantwortung, Schuld und das Recht auf Nichtwissen

Neulich habe ich mich geärgert.

Ich hatte eine einfache, sachliche Frage an einen Anbieter gestellt – jemanden, der täglich mit diesen Themen arbeitet.
Seine Antwort: „Das hätten Sie eigentlich wissen müssen.“

Und da kam dieser Moment, in dem ich kurz innehalten musste.
Früher hätte ich sofort gedacht:

„Vielleicht hat er recht. Vielleicht war ich wirklich zu naiv.“

Aber diesmal kam ein anderer Gedanke:

Ist es wirklich mein Fehler – oder einfach eine berechtigte Frage?
Wenn er sie selbst nicht klar beantworten kann, wieso sollte ich es dann wissen?
Und zahle ich einem Anbieter nicht gerade deswegen Geld – um Wissen, Struktur und Unterstützung zu bekommen?

Da wurde mir klar:
Das war kein Unwissen aus Nachlässigkeit.
Das war ein Moment von fehlender Transparenz – und der darf benannt werden.

Wir müssen als Kundinnen und Unternehmerinnen nicht alles wissen,
nur weil jemand anders sich nicht die Mühe macht, klar zu erklären,
was eigentlich seine Aufgabe ist.

Und da fiel mir ein Satz aus einem Podcast (weiß leider nicht mehr, welcher) ein:
Es gibt zwei Arten von Menschen –
die, die den Fehler immer bei sich suchen.
Und die, die ihn immer bei anderen suchen.


🪞 Die, die den Fehler bei sich suchen

Menschen wie wir sind gewissenhaft.
Wir wollen verstehen, lernen, es richtig machen.
Wir übernehmen Verantwortung – manchmal auch für das, was gar nicht unseres ist.

Das macht uns reflektiert, empathisch und oft sehr zuverlässig.
Aber es macht uns auch müde.

Denn wenn du immer denkst, du hättest es wissen müssen,
dann trägst du Lasten, die gar nicht dir gehören.
Du entschuldigst dich für Lücken, die andere hätten füllen sollen.

Vorteil: Du wächst an jeder Erfahrung. Du bleibst lernbereit.
Nachteil: Du übernimmst Schuld, wo eigentlich nur Unklarheit war.


⚖️ Die, die den Fehler bei anderen suchen

Dann gibt es jene, die sagen würden:
„Moment mal – das ist deren Job, nicht meiner.“

Sie schützen ihre Energie, ziehen klare Grenzen und verschwenden keine Zeit mit Grübeln.
Sie können Dinge leichter abhaken und weitermachen.

Aber auch das hat seine Schattenseite.
Denn wer nie hinschaut, welchen Anteil er selbst hat,
verpasst die Chance, sich weiterzuentwickeln.

Vorteil: Du bleibst stabil, gelassen, geschützt.
Nachteil: Du bleibst an der Oberfläche und verpasst tiefes Wachstum.


💫 Die Balance: Verantwortung ohne Schuld

Wenn du das nächste Mal in einer Situation bist, in der du dich fragst,
ob du etwas „hättest wissen müssen“,
dann halte inne.
Atme.
Und stell dir diese drei Fragen – diesmal mit Herz, nicht mit Urteil:

1️⃣ Konnte ich das wirklich wissen?

Manchmal verlangen wir von uns, etwas zu wissen,
was nur durch Erfahrung oder Fachwissen möglich ist.
Wir glauben, wir hätten es besser machen können –
aber in Wahrheit war es das erste Mal,
dass wir mit dieser Situation überhaupt konfrontiert waren.

Wenn du ehrlich erkennst: Nein, das konnte ich nicht wissen,
dann darfst du den inneren Zeigefinger senken.
Dann war das kein Versagen – sondern ein Moment des Lernens.
Und Lernen braucht keine Entschuldigung.


2️⃣ War es überhaupt meine Aufgabe, das zu wissen?

In einer Welt, in der wir alles selbst managen wollen,
vergessen wir manchmal, dass es Rollen gibt. Zuständigkeiten.
Dass andere Menschen ihren Job machen müssen –
so wie du deinen machst.

Wenn jemand dir das Gefühl gibt,
du hättest deren Wissenslücke füllen sollen,
dann darfst du innerlich sagen:
„Das war nicht meine Verantwortung.“
Das ist kein Abwälzen – das ist gesunde Abgrenzung.
Denn Verantwortung bedeutet nicht,
für alles zuständig zu sein,
was jemand anderes versäumt hat.


3️⃣ Hilft mir diese Selbstkritik – oder verletzt sie mich nur?

Selbstreflexion ist etwas Heiliges.
Sie bringt uns weiter, öffnet Räume für Wachstum.
Aber wenn aus Reflektion Selbstzerfleischung wird,
verlieren wir die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen.

Wenn du spürst, dass deine Gedanken dich klein machen,
dass du dich innerlich bestrafst,
statt zu verstehen –
dann bist du nicht mehr in Erkenntnis,
sondern im Angriff auf dich selbst.

Dann ist es Zeit, freundlich zu dir zu werden.
Zu sagen: Ich lerne. Ich wachse. Ich darf Fehler machen.


Ein Fehler ist ein Ereignis, kein Wesen.


Etwas, das passiert – nicht etwas, das wir sind.

Und doch verwechseln wir das so oft.
Wir sagen: Ich bin so dumm gewesen.
Ich bin unachtsam.
Ich bin schuld.

Aber was, wenn wir stattdessen sagen würden:

„Da ist etwas passiert, das ich anders machen würde,
jetzt, wo ich’s besser verstehe.“

Dann bleibt die Würde ganz.
Dann bleibt das Herz offen.
Dann wird der Fehler zu einem Lehrer –
nicht zu einem Urteil über deinen Charakter.

Denn wir sind keine Summe aus Versäumnissen,
sondern aus Momenten, in denen wir bereit waren,
hinzuschauen, zu verstehen und weiterzugehen.

💌 Zum Schluss – wenn du wieder an dir zweifelst

Es wird immer Momente geben, in denen du denkst,
du müsstest mehr wissen, mehr leisten, mehr richtig machen.
In denen du nachts wach liegst und dich fragst,
ob du zu viel verlangst oder zu wenig tust.

Dann erinnere dich:
Du bist kein Fehler.
Du bist ein Mensch, der sich entwickelt.
Ein Herz, das lernt, mit sich liebevoll zu sein,
auch wenn es stolpert.

Du darfst Fehler machen,
Fragen stellen,
unsicher sein –
und trotzdem würdevoll weitergehen.

Denn jeder Moment, in dem du zweifelst,
ist auch ein Moment, in dem du wächst. 🌿

Und wenn du gerade an diesem Punkt stehst –
zwischen Ärger, Selbstzweifel und dem Wunsch nach Vertrauen –
dann könnte mein Buch „Briefe aus dem Universum“ dich begleiten.
Es sind keine Antworten von außen,
sondern Erinnerungen von innen –
an das, was du längst bist:
vollkommen menschlich.
Und auf deinem Weg genau richtig. 💫

Mila

Stärke deine Intuition!

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