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Hochsensible Gastbeiträge

Kinder, Eltern und Lehrer

Hochsensible Kinder und die Schule immer wieder ein heikles Thema. Sicherlich kann es ganz wunderbar verlaufen, aber es können auch immer wieder Probleme entstehen. Denn unser Schulsystem ist nicht unbedingt passend für diese kleinen Vielfühler. 

  • In den Klassenzimmern ist es zu laut!
  • Die Klassen sind zu groß!
  • Der Lehrplan ist zu starr!
  • Zu viele Reize prasseln auf das Kind ein!
  • Der Leistungsdruck ist hoch!
  • Zu wenig Raum für Individualität!

Jedoch herrscht in Deutschland Schulpflicht und somit müssen unsere Kinder in der Schule irgendwie zurecht kommen.

Es liegt an uns Eltern, unsere Kinder dabei zu begleiten und zu stärken.

Von enormer Bedeutung für ein gutes Gelingen ist unter anderem die Zusammenarbeit mit den Lehrern und die Basis hierfür ist eine gute Kommunikation. Aber genau hier entstehen immer wieder Schwierigkeiten. Oft fühlen sich die Eltern nicht verstanden und viele Lehrer fühlen sich unter Druck gesetzt.

Aber woraus entstehen diese Probleme und wie kann eine gute Kommunikation gestaltet werden, damit dies vor allem den Kindern zu Gute kommt? 

Um das zu verstehen, müssen wir das Thema Kommunikation aus verschiedenen Perspektiven betrachten. 

1.Verstehen: Was bedeutet Kommunikation?

Kommunikation, das ist doch total einfach. Schließlich machen wir das jeden Tag, ständig! Wir können ja nicht nicht kommunizieren! Denn nicht nur Worte gehören zur Kommunikation auch Mimik und Gestik, also die ganze Körpersprache. 

Jedoch ist es nicht ganz so unkompliziert, wie wir denken sonst würden ja nicht immer wieder so viele Missverständnisse passieren, nicht nur zwischen Eltern und Lehrer sondern zwischen Kindern und Eltern, Mann und Frau und prinzipiell allen Menschen, die miteinander in Kontakt sind. Denn Kommunikation folgt immer den gleichen Gesetzmäßigkeiten. 

Das Problem ist, dass die Kommunikation von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird und meistens sind wir uns gar nicht bewusst darüber. 

Jeder Beteiligte hat seine Geschichte, seine Prägungen und seine Emotionen, die mit hinein spielen, das Gespräch beeinflussen und die oft übertragen werden.

So wird meistens gar nicht über das eigentliche Thema gesprochen sondern über die persönlichen Belange der Beteiligten. Und da diese oft nicht zusammen passen, wird an einandern vorbei gesprochen und Missverständnisse sind vorprogrammiert.

Wir reden all zu oft bevor wir uns überhaupt sortiert haben!

  • Was ist das Problem? 
  • Wohin gehört es? Zu Dir oder zu mir? 
  • Was ist das Ziel? 
  • Was will ich erreichen?
  • Was soll sich ändern? 
  • Was kann ich ändern? 
  • Was erwarte ich von meinem Gegenüber? 

Wenn wir mit Lehrern sprechen, ist es besonders wichtig, dass wir sachlich bleiben und die eigenen Emotionen außen vor lassen, denn es geht in erster Linie immer um das Kind und um Lösungen, die gefunden werden sollen und nicht um eigene persönlichen Belange, die unterbewusst mit einfließen. 

Wenn wir uns dessen bewusst werden, können wir beginnen, uns davon frei zu machen um wirklich sachliche und zielführende Gespräche führen zu können.

2.Erkennen: Was hab ich selbst damit zu tun?

Letztendlich beginnt die Kommunikation immer bei uns selbst, denn jeder hat seine ganz eigenen Prägungen und Glaubensmuster, nach denen man handelt, oft unterbewusst. Jedoch beeinflusst uns genau das in allem, was wir tun und sagen. 

Deswegen ist es so wichtig sich darüber klar zu werden. Und gerade bei dem Thema Schule hat jeder so seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht, schöne und nicht so schöne. 

Und dies wird dann oft übertragen, auf die Kinder, auf die Lehrer und auf alles, was mit Schule zu tun hat.

Halte hier mal inne und frage Dich selbst:

  • Welche Erfahrungen hast Du in der Schule gemacht?
  • Denkst Du gerne an diese Zeit zurück?
  • Wurdest Du gesehen/wahrgenommen?
  • Wie bist Du mit Deinen Mitschülern klar gekommen?
  • Wie war Dein Verhältnis zu Lehrern?
  • Welches Bild hast Du von Lehrern?
  • Wie wichtig sind Noten für Dich?
  • Wo sind Dein Schmerz und Deine Verletzungen? 
  • Wie stehst Du allgemein zum Schulsystem? 

Das sind nun Gedanken die Du Dir ganz speziell zum Thema Schule machen solltest.

Aber es spielt noch viel mehr mit hinein. Denn auch die eigene Situation bzw. Gefühlslage beeinflusst jeden einzelnen. 

  • Wie ist Deine momentane Situation? 
  • Stehst Du unter Druck (beruflich oder auch privat)?
  • Wie ist die aktuelle Familiensituation? 
  • Hast Du Sorgen? 

Du wirst sicher merken, dass da schon einiges an Emotionen hoch kommt. 

Und wenn es dann, um die eigenen Kinder geht, wird es noch emotionaler, denn man will ja immer das Beste für seine Kinder und es beschützen, damit es eben keine schlechten Erfahrungen machen muss. 

Jedoch sind starke Emotionen kein guter Berater für eine gute Kommunikation. Du kennst das sicher selbst: wenn Du beispielsweise wütend oder traurig bist, kannst Du keinen klaren Gedanken mehr fassen und handelst eher impulsiv statt gut überlegt.

Deswegen ist es so wichtig, dass Du erst einmal aus diesen starken Gefühlen heraus kommst, damit Du ein sachliches und zielführendes Gespräch führen kannst.

Noch ein weiterer wichtiger Punkt ist die Übertragung, also was kommt wirklich von meinem Kind und was kommt von mir.

Das heißt wir müssen ganz genau schauen, was das Kind wirklich braucht. 

  • Wer leidet denn nun wirklich? Ich oder mein Kind? 
  • Wessen Emotionen sind es? 
  • Was will denn das Kind wirklich? 
  • Was erwartet das Kind von Dir? 

Nicht selten interpretieren wir etwas in Situationen hinein, die vielleicht ganz anders sind, als wir sie wahrnehmen.  

Angenommen Dein Kind kommt nach Hause und erzählt von einer Situation mit dem Lehrer, irgendetwas triggert Dich dabei, vielleicht wurdest Du früher nicht gut von Deinem Lehrer behandelt und vielleicht hat sich niemand für Dich eingesetzt. Jetzt willst Du Dein Kind natürlich beschützen. Aber war es für Dein Kind denn wirklich so schlimm oder wollte es Dir einfach nur etwas erzählen? Du bist nun aber voll in der Emotion, Deiner eigenen, und möchtest etwas tun, vielleicht etwas, was Du Dir früher selbst von Deinen Eltern gewünscht hättest. 

Aber Dein Kind empfindet es möglicherweise ganz anders und möchte gar nicht, dass Du Dich einmischst. 

Deswegen ist es auch sehr wichtig, dass Du Dein Kind mit einbeziehst und schaust, was es denn wirklich von Dir will. Sollst Du nur zuhören, einen Ratschlag geben oder tatsächlich aktiv unterstützen. Je nachdem musst Du auch lernen, Dich selbst zurück zu nehmen und immer wieder in Dich hinein zu spüren, was bestimmte Themen mit Dir selbst machen.  

3.Perspektive Wechseln: Welche Position hat der Lehrer? 

Ganz grundlegend ist es auch, wie Du dem Lehrer gegenüber stehst. 

Welche Haltung, Glaubenssätze und Vorurteile hast Du ihm gegenüber?

Oft ist das Bild, das wir von Lehrern haben nicht besonders gut bzw. haben wir sehr hohe Ansprüche an diese. Vielleicht ertappst Du Dich selbst dabei: 

  • Lehrer haben ja ständig Ferien!
  • Lehrer haben einen sicheren Job und müssen keine große Leistung bringen!
  • Lehrer haben viel Freizeit!
  • Lehrer müssen immer geduldig und verständnisvoll sein!
  • Lehrer sollen mein Kind und seine Besonderheiten immer verstehen und berücksichtigen!
  • Lehrer sollen jedes Kind ganz individuell fördern!
  • Lehrer müssen immer erreichbar und gesprächsbereit sein!

Leider sieht die Realität aber oft ganz anders aus. In Zeiten von Personalmangel müssen die Pädagogen immer mehr Aufgaben übernehmen, Fehlzeiten ausgleichen und Überstunden machen. In den Ferien stehen oft Fortbildungen und Konferenzen an. Nach dem Unterricht müssen Klassenarbeiten vorbereitet oder korrigiert werden. Gespräche mit besorgten Eltern werden oft in der Freizeit geführt. Die Klassen werden immer voller und lauter. Der Lernstoff soll in immer kürzerer Zeit vermittelt werden und dabei soll immer Rücksicht auf alle Besonderheiten der Kinder genommen werden. Und allzu oft wird vergessen, dass Lehrer eben auch nur einen begrenzten Handlungsspielraum in vorgegebenen Rahmen haben. 

Ich möchte hier die Lehrer nicht in Schutz nehmen, ich möchte nur dazu anregen, einmal die Perspektive zu wechseln. Denn Du selbst möchtest ja auch verstanden und wertgeschätzt werden, und so geht es den Lehrern eben auch. 

Allzu oft werden bestimmte Dinge auf den Lehrer übertragen für die er nichts kann bzw. mit denen er selbst unzufrieden ist. So kann der Lehrer eben nichts dafür, dass das Schulsystem eben ist, wie es ist. Vielleicht würde er gern selbst etwas ändern aber ihm sind auch die Hände gebunden. 

Hier wäre es hilfreich, wenn wir selbst einmal schauen, wie wir Lehrern gegenüber treten. Was ist unsere Haltung und was haben wir für Erwartungen und Vorurteile? 

Wir sollten den Lehrer nicht als Feind sehen oder jemanden, der unser Kind nicht verstehen möchte sondern in erster Linie als jemanden, der diesen Beruf gewählt hat, weil er gerne mit Kindern arbeitet und diese unterstützen möchte.  

Wenn wir mit dieser Haltung in ein Gespräch hineingehen, kann dies schon viel verändern. 

Sicherlich kann es auch hier Ausnahmen geben. Menschen, die ihren Beruf verfehlt haben oder wirklich schon so frustriert sind, das sie keinerlei Ambitionen mehr haben, etwas zu ändern oder Energie und Zeit zu investieren. Aber wir wollen hier mal vom Positiven ausgehen. 

Noch dazu können wir auch nicht davon ausgehen, dass die Lehrer sich mit dem Phänomen der Hochsensibilität auskennen. Dieses Thema wird nicht in deren Ausbildung gelehrt. So können Lehrer auch überfordert mit der Situation sein, wollen dem Kind vielleicht helfen, wissen aber gar nicht, wo sie ansetzen sollen. Von daher ist es wichtig, hier in gutem Kontakt zu sein und ganz unvoreingenommen aufzuklären, damit der Lehrer die Möglichkeit hat, das Kind wirklich wahrnehmen und verstehen zu können. 

So können evtl. auch gewisse bestehende Vermutungen bestimmter Diagnosen relativiert werden. Wenn das Kind bestimmte Auffälligkeiten zeigt, kann es sein, dass ein Lehrer dies mit bestimmten Krankheitsbildern verwechselt, da manche Verhaltensweisen beispielsweise an ADHS/ADS oder Autismus erinnern, da hier wirklich auch gewisse Ähnlichkeiten vorhanden sind. Hier ist es dann besonders wichtig, sich damit auseinander zu setzen und darüber aufzuklären. Hierzu findest Du viele Informationen auf meinem Blog. 

Letztendlich ist es so, dass wir nur unser eigenes Verhalten und unsere eigenen Einstellungen ändern können. Die Annahme, alles würde sich ändern, wenn der Lehrer nur dies oder jenes verstehen oder ändern würde, ist fatal. Wir können den anderen nicht verändern, wir können nur bei uns anfangen. Wenn wir anders auf unser Gegenüber zugehen, hat dieser die Möglichkeit darauf zu reagieren. 

Beginnen wir beispielsweise ein Gespräch mit Vorwürfen und persönlichen Angriffen, so drängen wir den anderen in eine Verteidigungsposition und somit ist ein sachliches Gespräch kaum mehr möglich. 

Wenn wir jedoch einfühlend vorgehen und wirkliches Interesse an dem anderen zeigen, so geben wir diesem das Gefühl wahrgenommen und geschätzt zu werden. Dann wird die Reaktion eine ganz andere sein. Versuch selbst mal in Dich hinein zu spüren, wie es sich anfühlt, wirklich gesehen zu werden. 

Trittst Du dem Lehrer so gegenüber, gibst Du ihm die Möglichkeit, auch Dich zu sehen, als Mutter oder Vater mit Deinen Sorge und Ängsten. 

Dies ist dann auch eine gute Basis für ein Gespräch, das sich wirklich um Dein Kind dreht und nicht um die Erwachsenen mit ihren unterbewussten Emotionen.

Ich bin mir durchaus darüber bewusst, dass es oft schwer ist, sich selbst zurück zu nehmen, vor allem, wenn es um das eigene Kind geht, denn hier fließen wirklich große Emotionen mit ein. Aber letztendlich müssen wir uns bewusst werden, dass wir mehr erreichen, wenn wir in der Lage sind, auf den anderen zuzugehen. 

Versuchen wir auch die Nöte des Lehrers zu verstehen, holen wir ihn da ab, wo er bereit ist, mitzugehen. 

Wir müssen bewusst machen, dass es nicht um Sonderbehandlungen für unser Kind geht, um mehr Arbeit die wir vom Lehrer verlangen, sondern dass es darum geht, es für alle Beteiligten, auch den Lehrer selbst, leichter zu machen. 

Versuch Dir klar zu machen, was Du verlangen kannst und was im Rahmen der Möglichkeiten ist.

Hier kannst Du auch Deine eigenen hochsensiblen Fähigkeiten nutzen. Versuch Dich in Dein Gegenüber hineinzuversetzen, nimm die Gefühle auf und versuche darauf einzugehen. 

Darüber hinaus solltest Du Dir darüber im Klaren sein, dass Deine Haltung gegenüber dem Lehrer auch die Beziehung zwischen Deinem Kind und dem Lehrer beeinflusst.

Dein Kind spürt und übernimmt Emotionen, die Du gegenüber dem Lehrer hast. Bist Du dem Lehrer grundsätzlich negativ eingestellt, wird es kaum eine positive Beziehung zu ihm aufbauen können. Von daher ist es wichtig, sich das immer wieder bewusst zu machen. Vor allem hochsensible Kinder sind hier gute Seismographen, d.h. nicht nur das was Du sagst, sondern auch das was Du fühlst kommt dort an. 

4.Reflektieren: Was erwarte ich eigentlich? 

Ganz wichtig ist es auch, dass Du ein Gespräch gut vorbereitest, damit Du Dein Anliegen auch in der kürze des Gesprächs verständlich vermitteln kannst.

  • Was genau erwartest Du, bzw. was soll sich ändern? 
  • Willst Du über Hochsensibilität aufklären? 
  • Was genau soll der Lehrer verstehen?
  • Gibt es ein bestimmtes Problem? 

Oft bekomme ich die Frage gestellt, ob man schon im Vorfeld über die Besonderheiten des Kindes aufklären soll bzw.  “Hochsensibilität” thematisieren soll oder erst dann darüber spricht, wenn Probleme auftauchen. 

Hier gibt es kein Patentrezept oder einen bestimmten Fahrplan, denn das hängt immer etwas von der Situation und dem Kind bzw. dem Lehrer ab. 

Viele Eltern wollen auch nicht, dass das Kind von vornherein einen “Stempel” hat.

Wichtig hierbei ist es, auf sein Gefühl zu vertrauen, die Situation individuell zu beurteilen und bedacht vorzugehen. 

Man muss nicht unbedingt gleich das Wort “Hochsensibilität verwenden. Man kann auch erst mal von einer gewissen Sensibilität sprechen. Versuche Dich da heran zu tasten und die Offenheit des Lehrers zu testen.

In erster Linie geht es ja vor allem darum, für die besondere Wahrnehmung des Kindes zu sensibilisieren. Oft wird dem Lehrer allein dadurch schon vieles klarer und er kann bestimmte Verhaltensweisen besser verstehen. Vielleicht weißt Du selbst noch, wie es für Dich war, als Du erkannt hast, dass Dein Kind hochsensibel ist. Dadurch können viele Dinge einfach besser verstanden werden. 

Gehe auch nicht mit zu vielen Erwartungen in ein Gespräch. Setze lieber auf kleine konstante Schritte und arbeite dauerhaft mit dem Lehrer zusammen. Erst einmal geht es um Verständnis und dann Schritt für Schritt um die Umsetzung. So überforderst Du Dein Gegenübe nicht und es kann ein produktive Zusammenarbeit entstehen. 

5.Praktische Umsetzung: Gemeinsam Lösungen finden

So, das war nun viel Theorie, die aber wichtig ist, um die Basis der Kommunikation zu verstehen. 

Ich möchte Dir aber auch noch ganz konkrete Tipps und praktische Anregungen geben, die Dir helfen können, eine gute Kommunikation und zielführende Zusammenarbeit zu gestalten. 

  • Werde Dir darüber bewusst, welche Emotionen mitschwingen können.
  • Gehe nich in einem emotional aufgeladenen Zustand ins Gespräch (im Zweifelsfall eine Nacht darüber schlafen)
  • Versuche auch die Position des Lehrers zu verstehen.
  • Vermeide persönliche Angriffe und Anschuldigungen.
  • Überprüfe Deine Haltung gegenüber dem Lehrer.
  • Beziehe Dein Kind mit ein. Was will es wirklich von Dir?
  • Erwarte nicht zu viel, gehe lieber kleine Schritte. Wähle pro Gespräch nur 1-2 Punkte aus, die Du besprechen willst.
  • Überlege Dir genau, was Du erreichen willst und strukturiere Dich im Vorfeld:
  • Welches Problem gibt es?
  • Was soll sich ändern?
  • Was genau soll der Lehrer verstehen?
  • Was wären mögliche Lösungen? 
  • Spreche auch darüber, was gut läuft und bringe Positives mit ein. 
  • Teste die Offenheit bezüglich “Hochsensibilität”.
  • Nimm Infomaterial über Hochsensibilität mit ins Gespräch (wirkt professionell)
  • Mache Dir im Vorfeld Notizen, damit Du im Gespräch nichts vergisst.
  • Mache einen Termin mit dem Lehrer und spreche nicht zwischen Tür und Angel mit ihm. 
  • Sag dem Lehrer, um was es geht, damit auch er die Möglichkeit hat, sich vorzubereiten.
  • Sag ganz konkret, was Dein Kind braucht, bzw. was wieso helfen kann.
  • Zeige dem Lehrer, dass alle etwas davon haben, wenn er bestimmte Dinge umsetzt (z.B. ruhigere Klasse).
  • Gehe auch Kompromisse ein. Nicht alles, was Du Dir vorstellst ist auch im Schulalltag umsetzbar.
  • Mache klar, dass es nicht um eine Sonderbehandlung geht, sondern in erster Linie um mehr Verständnis.
  • Zeige, dass schon kleine Dinge, wie beispielsweise die richtige Wahl des Sitzplatzes hilfreich sein können.
  • Biete Deine Mitarbeit an. So zeigst Du, dass Du nicht nur etwas verlangst sondern auch aktiv mitgestaltest.
  • Bevor Du bestimmte Maßnahmen des Lehrers kritisierst, lass Dir erklären, was diese bezwecken sollen.
  • Sei Dir bewusst, dass weder Du noch der Lehrer globale Themen wie beispielsweise das Schulsystem verändern können. 

Wenn schon viel passiert ist:

Wenn die Situation nun aber schon verfahren ist, kann es dennoch hilfreich sein, zu versuchen, diese zu entschärfen.  

  • Ziehe jemanden unparteiischen hinzu, der weniger emotional eingebunden ist. (Freund, Familie).
  • Wenn es persönlich nicht mehr klappt, überlege Dir, wenn Du noch hinzuziehen kannst .

Andere Lehrer oder nächste Instanz (Rektor, Schulamt) wählen.

  • Schalte eine Beratungsstelle ein. 
  • Überlege dir wieder genau: 

was will ich denn eigentlich?

was soll passieren? 

was sind meine Emotionen? 

  • Versuchen so sachlich wie möglich zu sein. 
  • Nutze den Lehrer nicht als Projektionsfläche. Er kann nichts für das System
  • In letzter Instanz: Klassen- bzw. Schulwechsel

Noch mal kurz das Wichtigste

Du siehst, Kommunikation ist gar nicht so leicht, wie man sich das oft vorstellt, denn sie ist vielschichtig und oft konfrontiert sie einen selbst mit ganz eigenen, persönlichen Themen. Dies zu wissen und immer wieder zu überprüfen, was denn an eigenen Emotionen, Prägungen und Glaubensmustern mitschwingt ist von enormer Bedeutung. 

Ich denke, das allerwichtigste in Bezug auf die Kommunikation mit den Lehrern ist, sich bewusst zu machen,

dass es letztendlich immer um die Kinder gehen

und man somit auch manchmal das eigene Ego hinten anstellen muss. 

Ich wünsche Dir und Deinem Kind eine wundervolle Schulzeit mit tollen Erfahrungen und viel Raum zum Wachstum!

Löwenstarke Grüße

Weiterführende Informationen zum Thema Kinder findest Du auf meinem Blog: 

Oder in meinem Kinder-Ratgeber: 

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Wenn du noch wissen möchtest, was hochsensible Kinder brauchen, dann lese hier:

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